Welche Arten von Vibrationsplatten gibt es?
1. Unterschied nach Bauart
Kompaktbauweise (ohne Säule)
Der offensichtlichste Unterschied liegt in der Bauart der Vibrationsplatte. Kompakte Modelle bestehen im Wesentlichen aus dem Elektromotor bzw. den Elektromotoren, der gefederten Trainingsfläche sowie einer integrierten Steuerungseinheit (meist mit Display). Viele Hersteller liefern zusätzlich eine Fernbedienung oder Haltegriffe mit, die seitlich befestigt werden können. Vorteile dieser Bauart sind:
- platzsparende Stellfläche
- geringeres Gewicht
- einfaches Verstauen
- meist günstigerer Preis
- Kompaktgeräte eignen sich besonders für das Training im privaten Wohnraum
Modelle mit Säule
Die zweite Bauart sind Vibrationsplatten mit fester Säule und Haltegriffen. Diese verfügen häufig über ein zweites Display im oberen Bereich, wodurch sich Einstellungen bequem im Stand verändern lassen. Vorteile dieser Bauform:
- bessere Standfestigkeit
- mehr Sicherheit durch Haltegriffe
- komfortablere Bedienung
Im Vergleich zu kompakten Modellen sind sie meist größer und teurer und eher für einen festen Standort gedacht.
2. Unterschied nach Vibrationssystem
Unabhängig von der Bauart ist allen Vibrationsplatten gemeinsam, dass sie über einen oder mehrere Elektromotoren Beschleunigungsreize erzeugen. Diese Reize müssen vom Körper muskulär ausgeglichen werden. Die Systeme unterscheiden sich vor allem in der Art der Eigenbewegung der Trainingsfläche.
Vertikales System
Beim vertikalen System bewegt sich die Trainingsfläche primär entlang der Vertikalachse – also von unten nach oben. Dabei entstehen Beschleunigungsimpulse, die vor allem Beuge- und Streckmuskulatur beanspruchen. Die Bewegung ist linear und gleichmäßig. Vertikale Systeme arbeiten häufig mit höheren Frequenzen und werden oft im leistungsorientierten Training eingesetzt.
3D-System (triaxial)
Beim sogenannten 3D-System bewegt sich die Trainingsfläche nicht nur vertikal, sondern zusätzlich horizontal. Dadurch entstehen Bewegungsanteile in drei Ebenen (transversal, sagittal und frontal). Diese kombinierte Bewegung führt zu einer komplexeren muskulären Beanspruchung, da der Körper Stabilisierungsarbeit in mehreren Richtungen leisten muss. Viele Nutzer empfinden 3D-Systeme als dynamischer als rein vertikale Modelle.
Wipp-System (oszillierend / seitenalternierend)
Beim Wipp-System bewegt sich die Trainingsfläche nicht starr auf und ab, sondern kippt seitlich alternierend. Dabei entsteht eine Bewegung, die dem menschlichen Gangbild ähnelt. Das oszillierende System erzeugt ein Gieren und Nicken, während seitenalternierende Systeme eher eine wippende "Wackelbewegung" erzeugen. Diese Systeme werden häufig im gesundheitsorientierten Training eingesetzt, da die Bewegung als natürlicher wahrgenommen wird. Ein direkter "besserer" Trainingseffekt gegenüber anderen Systemen lässt sich pauschal nicht festlegen – die Unterschiede liegen vor allem im Bewegungsmuster und im individuellen Trainingsziel.
4D-System
Einige Hersteller werben mit einem sogenannten 4D-System. Dabei handelt es sich nicht um einen technisch normierten Standard, sondern um eine Marketingbezeichnung für kombinierte oder modulierte Vibrationsformen. Oft wird hier eine zusätzliche Mikro-Oszillation oder eine modulierte Frequenzüberlagerung integriert, um das Trainingsgefühl zu variieren. Ob ein 4D-System sinnvoll ist, hängt weniger von der Bezeichnung als von der tatsächlichen technischen Umsetzung und vom persönlichen Trainingsziel ab.
3. Systemkombinationen
Einige Geräte kombinieren mehrere Vibrationsarten (z. B. 3D + oszillierend). Solche Systeme bieten eine größere Trainingsvielfalt und erlauben es, unterschiedliche Bewegungsmuster zu nutzen. In unserer Vergleichstabelle werden Geräte mit Systemkombination mit einem Pluszeichen (+) gekennzeichnet.
Technischer Hinweis
Bei allen Systemen ist zu beachten, dass die tatsächliche Auslenkung (Amplitude) der Trainingsfläche meist nur wenige Millimeter beträgt. Die Intensität entsteht primär durch die Frequenz und die daraus resultierenden Beschleunigungsreize – nicht durch große sichtbare Hubbewegungen.
Tipp
Um die Übertragung der Vibrationen auf den Boden (Parkett, Fliesen etc.) zu reduzieren, empfiehlt sich das Unterlegen einer geeigneten Vibrationsdämpfermatte.
